Hundewesen : „Brauchbar“ für alle Jagdreviere

03. Okt 2019

Zwei Hundeführerinnen und drei Rüdemänner legten mit ihren vierbeinigen Jagdbegleitern erfolgreich Brauchbarkeitsprüfung ab

Die erfolgreichen

Die erfolgreichen Teilnehmer der Brauchbarkeitsprüfung mit ihren vierbeinigen Jagdbegleitern. Fritz Frees, Thomas Fischer (Richter), Sarah Baumgartner, Reinhard Breu, Hans Kolbeck  und Hans Sturm (Richter), Anita Veicht, Josef Schmid (Hundeobmann) und Hans Miedl (v.l.)      

Bad Kötzting / Forstdiensthütte Hoher Bogen

Man schrieb das Jahr 1881, als   Sigismund Freiherr von Zedlitz und Neukirch - besser bekannt als  „Hegewald“  -  exakt definierte, was der Gebrauchshund zur Jagd leisten soll.  Rund  140 Jahre später finden sich diese Anforderungen exakt  in der Ordnung zur Durchführung der Brauchbarkeitsprüfung für Jagdhunde wieder.  Die Messlatte für das Prädikat „Jagdlich Brauchbar“ wird dabei sehr hoch gelegt. Zwei  Hundeführerinnen und drei Rüdemänner stellten sich mit ihren vierbeinigen Jagdbegleitern vor einigen Tagen diesen  Anforderungen der Brauchbarkeitsprüfung - und das mit großartigem Erfolg.

Etwa  ein halbes Jahr lang haben sie unter der Anleitung des Hundeobmanns der Kreisgruppe Bad Kötzting im Landesjagdverband, Josef Schmid,  sich und ihre Hunde auf diese Prüfung vorbereitet. Am „Tag der Deutschen Einheit“ war es dann soweit. Bei der Prüfung mussten die Hunde ihre jagdliche Einsatzfähigkeit unter Beweis stellen. Die einzelnen Prüfungsfächer simulieren dabei die Mindestanforderungen, die an einen Jagdhund gestellt werden.

Mit  einem musikalischen  Intermezzo hießen die Parforcehorn-Bläser der Kreisgruppe unter der Leitung von Rudi Frisch die Prüfungsteilnehmer  vor der Forstdiensthütte am Hohen Bogen willkommen. Während dichte Nebelschwaden den 1079 Meter hohen Gebirgskamm umhüllten bedankte sich der Vorsitzende der BJV-Kreisgruppe Bad Kötzting, Bruno Ebner,  bei den Hundeführerinnen und Rüdemännern für ihr enormes Engagement bei der Vorbereitung auf die Prüfung. Sein ganz besonderer Dank galt  vor allem  dem Hundeobmann Sepp Schmid: „Ohne ihn wäre eine so umfangreiche  und erfolgreiche Ausbildung nicht denkbar!“ Ebenso wie Ebner hieß auch Schmid die Prüfer willkommen. Als Richter waren im Einsatz: Hans Kolbeck aus Arnschwang, Thomas Fischer vom Bachmeierholz und Hans Sturm.

Die Prüfung umfasste mehrere Fächer, drei Hunde unterzogen sich der kompletten Brauchbarkeitsprüfung, zwei  Hunde mussten die Fächer „Bringen von Haar- und Federwild“ sowie die „Wasserarbeit“ nicht mehr absolvieren, da sie bereits die Herbstzuchtprüfung mit Bravour bestanden hatten. Es waren dies die Deutsch Drahthaar-Hündin Merle v. Grafenwal, geführt von Fritz Frees sowie  der Kleine Münsterländer Oryx v. d. Pixelerheide mit seiner Führerin Sarah Baumgartner.

Nach den Formalitäten, bei denen unter anderem der Jagdschein der Hundeführer  sowie der Impfpass und die Chip-Nummer bei den Hunden kontrolliert wurden,  standen die Prüfungsfächer „Vor dem Schuss“ auf der Tagesordnung. Mit Argusaugen wachten die Prüfer über die Leistungen der Hunde beim „Appell“, dem „Verhalten am Stand“ und der „Leinenführigkeit.“  Dabei wurde auch zweimal die Schussfestigkeit des vierbeinigen Jagdbegleiters geprüft.  Nach der „Schleppenarbeit“ von  Haar- und Federwild - es galt  eine 300 Meter lange Hasenschleppe im Wald und eine 150 Meter lange Federwildschleppe  auf einer Wiese  auszuarbeiten -  ging es  wieder für alle Hunde  zur „Rotfährte“ im „Grafenwald“ am Fuße des Hohenbogen.

Einer  rund 300 Meter langen  Schweißfährte - eine mit Rehschweiß gelegte Spur mit zwei Haken -  musste der Hund am Riemen  bis zum Stück folgen.  Damit wird die Nachsuche auf verletztes Wild simuliert. Unmittelbar im Anschluss an die erfolgreiche Suche wurde dann die Anschneideprüfung durchgeführt. Dabei wird der Hund am Stück abgelegt und der Hundeführer und die Richter gehen außer Sicht. Der Hund fühlt sich in diesem Augenblick unbeobachtet, muss aber das Reh trotzdem in Ruhe lassen und darf es nicht anfressen, wegtragen oder bearbeiten. Für eine Hundeführerin und zwei Rüdemänner näherte sich mit der Wasserarbeit das Ende der Prüfung. Dabei mussten die Hunde eine ins Wasser geworfene Ente apportieren. Während der Hund auf die Ente zuschwimmt, gibt der Hundeführer  einen Schrotschuss in Richtung Ente ab. Der Hund muss davon unbeirrt die Ente bringen. Zur Wasserarbeit gehört auch das Stöbern im Schilf und das bringen einer dort deponierten  Ente.    

Wir haben heute ganz hervorragend arbeitende Hunde gesehen“, freute sich das Richterteam, als es  zusammen mit dem  Hundeobmann Josef Schmid die Prüfungszertifikate in der Forstdiensthütte überreichte. Schmid nutzte die Gelegenheit, sich bei  Johann Kastl und den Bayerischen Staatsforsten für die Überlassung der Reviere zu bedanken. Sein Dank galt auch Ludwig Vogl aus Unterdörfl, der den Weiher für die Wasserarbeit zur Verfügung stellte.

Jagdlich Brauchbar im Sinne des Gesetzes sind nun folgende Hunde:
Deutsch Kurzhaar-Hündin Pia v. Neuarenberg mit Anita Veicht als Führerin, der Deutsch Drahthaar-Rüde Lugi v. Grafenwald mit Reinhard Breu als Führer, der Kleine Münsterländer Puck v. d. Poggenburg mit dem Führer Hans Miedl sowie  die Deutsch Drahthaar-Hündin Merle v. Grafenwald, geführt von Fritz Frees und der Kleine Münsterländer  Oryx v. d. Pixelerheide mit seiner Führerin Sarah Baumgartner.

Sie bedankte sich am Ende der Urkundenverleihung im Namen aller Kursteilnehmer  beim Hundeobmann Josef Schmid mit einem Präsent. Für seine Frau Petra Schmid überreichten die erfolgreichen Prüfungsteilnehmer einen Blumenstrauß. „Weil Petra den Sepp im Hintergrund immer so kräftig unterstützt“, waren sich die strahlenden Prüfungssieger einig!

Fotos & Text : Wolfgang Baumgartner

2019 Brauchbarkeit Bläser

Mit einem musikalischen Intermezzo hießen die Parforcehorn-Bläser der BJV-Kreisgruppe Bad Kötzting die Hundeführer willkommen.

2019 Brauchbarkeit Richter

Mit Argusaugen überwachten die  Richter die Leistungen der Jagdhunde. V.l. Hans Kolbeck, Thomas Fischer, Hans Sturm und Hundeobmann Josef Schmid.

2019 Brauchbarkeit Sepp Blumen

Zum Dank überreichte Sarah Baumgartner im Namen aller Prüfungsteilnehmer  an Sepp Schmid ein Präsent und für seine Frau Petra  gab es Blumen.

2019 Brauchbarkeit Hoher Bogen Nebel

In dichte Nebenschwaden gehüllt war der Hohebogen, als sich die HundefüherInnen zur Brauchbarkeitsprüfung  vor der Forstdiensthütte trafen.

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